Einer der Kontakte ist Zineb, Zineb ist einfach total verrückt und passt somit hervorragend zu mir. Die Einladung zum bekannten Couscous essen schlage ich somit natürlich nicht aus. Couscous wird traditionell nach dem Freitagsgebet in der Moschee als „Sonntagsessen“ mit Fleisch und Gemüse zum Mittag gegessen. Wie so vieles hier in Marokko ist der Couscous auch wieder fantastisch und die Tradition von einem „Teller“ zu essen finde ich super.
Zineb ist mit einem Deutschen verheiratet und spricht somit ein wenig deutsch. Sie lädt mich ein, während meiner Zeit in Cassablanca, bei ihr zu wohnen und möchte mir ein traditionelles marokkanisches Hammam zu zeigen.

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Ein paar Stunden später bin ich auch schon mitten drin. Mitten in einem orientalischen Dampfbad, welches ich mir in der Tat doch ein wenig anders vorgestellt hatte. In einem gefliesten Raum sitzen ca. 50 Frauen nur mit einem Slip bekleidet, mit Ihren Wassereimern auf den Boden.  Völlig ungehemmt und frei bewegen sich die Frauen und schrubben sich selbst und gegenseitig ab.  Irgendwie bin ich durch die Verhüllung, doch unterbewusst direkt von Verklemmtheit ausgegangen, dem natürlich nicht so ist.
Ganz selbstbewusst versuche ich mir nicht anmerken zu lassen, dass ich zum ersten Mal in einem Hammam bin und setze mich wie alle anderen Frauen auf eine Matte auf den Boden. Bin dann aber doch ganz froh, dass Zineb dabei ist und mir hier und da Anweisungen geben kann, sonst wäre ich mit meinem Eimern, den Schöpfkellen, den Schwämmen und Seifen doch ein wenig überfordert. Für 50 Dirham (5€) gönne ich mir dann doch den Service, mich schrubben zu lassen.  Beim Hammam geht es darum die abgestorbene Haut zu entfernen um wieder ein reines, glattes Hautgefühl zu haben. Die Marokkanerin gibt alles und schrubbt sich, während ich auf der Matte liege, in Rage. Den Handschuh den Sie dabei benutzt, fühlt sich auf meiner Haut wie grobes Schleifpapier an und nachdem Sie eine Stunde lang, mehrmals über jede Stelle meines Körper’s geschrubbt hat, habe ich das Gefühl meine Haut ist durch. Ich bin zwar puder rot, aber fühle mich trotz der Prozedur wie neu geboren. Das war definitiv nicht mein letztes Mal in einem Hammam, sobald ich in Köln bin werde ich dort eins ausfindig machen.

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Die richtige Zeit um in ein Hammam zu gehen, ist am Abend. Danach sollte man sich einfach nur noch entspannen oder schlafen gehen. Das tun wir, wir entspannen bei einem Glas Wein (traditioneller wäre ein Minztee ;-), marokkanischem Gebäck und einer Shisha mit Minztabak. Als Nichtraucherin finde eine Wasserpfeife mit frischen Minztabak dennoch sehr schmackhaft.

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