AAAA – Always Alert, Avoid Accidents !!!

viel Alarm, vermeidet Unfälle !!! Die Hupe lass ich hier nicht mehr los.

 

2015 - Indien 578

Köln – Dehli- Alwar

Gegen 4:00 Uhr morgens komme ich in Delhi an. Schlafen? Nicht dran zu denken. In 2 Stunden holt mich Vaibhav ab, Vaibhav habe ich über Couchsurfing kennengelernt und wir werden 2 Tage zusammen mit dem Motorrad die nähere Umgebung erkunden. Für 150km braucht man hier locker 3,5 Std. Da wir morgens die City verlassen ist in Dehli von Verkehr kaum eine Spur.

Jea 10.12 224

 

Alwar – Dehli

Nach einem Besuch in einem nahe gelegenden Fort, geht es heute  wieder zurück nach Dehli. Dort führt nichts dran vorbei den Harley-Davidson Store in Dehli zu besuchen. Dieser ist tatsächlich der kleinste den ich je gesehen habe, aber es gibt einen.

Dehli – Jhunjhunu

Ab heute habe ich mich anderen Bikern angeschlossen und nach einiger Fahrzeit in einem Bus kommen wir in Jhunjhunu an. Das der Pool noch nicht voll gelaufen ist, lässt mich nicht davon abhalten es mir trotzdem mit einem kühlen Bier bei 45 Grad gut gehen zu lassen.

Jea 10.12 256

Shekkawati

Es steht eine kleine Tour in die Umgebung an.  Alles was fahren oder laufen kann und damit meine ich nun wirklich alles, was noch vorwärts kommt befindet sich hier auf der Straße. Hin zu kommen die unzähligen heiligen Kühe, Kamele, Esel Hunde, Ziegen hier ist einfach alles auf den Straßen. Wenn man sich einmal zurecht gefunden hat macht es riesig Spaß mitten im Getummel zu fahren, so habe ich es zumindest mal gelesen. Mir geht bei der ersten Tour auf jeden Fall deftig der Arsch auf Grundeis. ich mache mein erstes Erlebnis mit einem Überlandbus, der mir überholend mit lautem Gehupe entgegenkommt und mich von der Straße abdrängt. Zum ersten mal stelle ich fest mit der Maschine kann ich auch quer Feld ein fahren.

2015 - Indien 1680

Jhunjhunu – Bikaner

Heute geht es in die Wüste, auf Kamelen reiten wir zu einem Platz um dort unter freien Sternenhimmel zu schlafen. Bevor wir dort ankommen zerlegt es mich. Ein Kamelkarren von links, ein Rollerfahrer mit 4 Beifahrern von vorn und von rechts die heilige Kuh und es legt mich auf dem von Wüstensand belegten Asphalt. Innerhalb von Sekunden umringen mich ca. 20 Inder oder mehr. Mein Motorrad ist so schnell weg geschoben, so schnell kann ich gar nicht gucken. Da steh ich nun allein, ohne Motorrad, ja ich muss sagen mir geht ein wenig der Stift. Das Bike nicht mehr in Sicht versuche ich mich ein paar Zentimeter größer zu machen und den nicht englischsprechenden Indern klar zu machen, das ich sofort mein Bike wieder haben will. Da wird es auch schon aus einem der Baracken geschoben und der Typ sagt „check ok“. Check ok? Cool, der hat mein Bike gecheckt und Sekunden später bin ich schon wieder auf dem Weg. Ich hatte tatsächlich erst ein ungutes Gefühl, was sich wie so oft in solchen Fällen ganz schnell in Luft aufgelöst hat. Nach ca. 4 Stunden erreichen wir Bikaner und stellen unsere Bikes in einer landestypischen Garage unter und ab geht`s in die Wüste. Hier, nach dem Tag schmeckt das Bier gleich um so mehr.

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Nein, ich bin keine Werbeträger für Kingfishers.

Bikaner

Auf dem Weg nach Bikaner gibt es einen Stopp im heiligen Rattentempel.  Wer einmal im Leben mit seinen nackten Füßen durch Rattenscheiße laufen möchte, ist im Rattentempel von Deshnok bestens aufgehoben. Die Leute drängen sich dicht an dicht durch die schmalen Gänge des Tempels, wie das hier riecht brauche ich nicht näher zu erläutern.
Die Rattenscheiße wollte ich euch jetzt nicht zumuten, deswegen gibt es ein Foto vom Abend.

2015 - Indien 383

Bikaner – Jaisalmer

In der letzten Stadt vor der Grenze Pakistans ist das Militär schon sehr präsent, unsicher fühlt man sich hier definitiv nicht. Die Menschen sind hier ganz offensichtlich fasziniert von hellhäutigen Frauen, ich komme kaum weiter da ich ständig um ein Selfie gebeten werde. Die Inder brüsten sich gern damit eine Weiße kennengelernt zu haben. Für mich auch ein ganz anderes Gefühl, als Tourist geknipst zu werden, regt zum nachdenken an. Was ich in meinen kurzen Urlaub manchmal als nervig empfinde, empfindet mein „Fotomotiv“ sicherlich auch als nervig.

2015 - Indien 930

Jaisalmer – Jodhpur

In Jodhpur besuchen wir das Meherangarh-Fort welches auch ein Ausflug wert ist. Das es in Indien kein Sanifair-Toiletten gibt, die sich selbst reinigen, können wir uns ja denken. Es gibt auch selten andere Toiletten auf dem Weg. Nun hab ich auch noch die Wüstenregion für meine Motorradtour gewählt, das heißt weit und breit finde ich bei dieser Jahreszeit auch keinen Busch. Was den Indern egal ist, wenn Sie ihr Motorrad am Straßenrand abstellen, sich daneben hocken und ihren blanken Arsch gen Straße strecken, ist mir nicht so EGAL, also heißt es einhalten.

2015 - Indien 993

Jodhpur – Ranakpur

Nachdem man nun einige Tage gefahren ist, ist das Ausweichen vor allem was Räder, 2 Beine oder 4 Beine hat zur Routine geworden. Selbst die unerwarteten Speedbraker oder großen Schlaglöcher bringen uns nicht mehr aus der Ruhe. Die Fahrweise hat sich angepasst, an den links Verkehr haben und wir uns schnell gewöhnt und in den Städten zählt die Regel nie nach hinten schauen 180 Grad. Es passiert einfach soviel vorn, das das Gehirn gar nicht so schnell verarbeiten kann und genau aus diesem Grund klappen die Motorradfahrer oder Rollerfahrer Ihre Spiegel weg. Das wichtigste am ganzen Motorrad ist die Hupe, sobald die kaputt ist fahre ich kein Meter weiter. Das wäre lebensgefährlich.

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Ranakpur – Udaipur

Am Morgen bin ich mit einem Pferd durch die Landschaft geritten und habe ein paar Häuser fern ab der Zivilisation entdeckt. Hier wo es kein Strom und kein fließend Wasser gibt, wirke ich mit meiner hellen Hautfarbe vermutlich wie ein Alien. Die Kinder schauen mich entweder mit ganz großen Augen an oder laufen mir schreiend und winkend hinterher. Wieder einmal denke ich die Leute haben nichts und den noch so viel. Auf dem Weg nach Udaipur fahren wir ein wenig durch die Berge und hier heißt es Affen ausweichen. Sie rennen uns hinterher und täuschen ständig an, in dem Moment nicht lustig, aber im nachhinein…

2015 - Indien 1445

Ranakpur – Udaipur

In Udaipur tummelt sich das Leben, hier kann man alles erwerben was das Herz begehrt und das zu unglaublich kleinen Preisen. Wer eine Ledertasche für´s Bike braucht sollte sie hier kaufen oder bei mehr Zeit eine schneidern lassen. In der Stadt wo James Bond´s Octopussy gedreht worden ist, findet man auch direkt mehr Tourismus.

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Udaipu – Bundi

Ein Zwischenstopp in Chittorgarh ist ein Muss. Dieses unvergessliche Fort zeigt eine unglaublich große Vielfalt von Bauten und Palästen die in verschiedenen Stilen erbaut wurden. Hier erkundet man das Fort am besten auch auf dem Motorrad und plant am besten ein paar Stündchen ein. Habe ich erwähnt, dass ich jeden Abend nach dem scharfen Essen bete, dass es später nicht aus mir heraus schießt. Ich glaube der viele Gin desinfiziert und hälten den Magen fit „Toi Toi Toi“

2015 - Indien 1482

Bundi – Ranthambore

Nun sind wir im tiefsten Rajasthan, die Landschaften und Dörfer sind einfach wundervoll. Alles hat seinen Preis die Straßen werden immer schlechter und die Schlaglöcher immer größer. Während ich mit einem Wums durch eins der zahlreichen Schlaglöcher bretter, fliegt auch schon ein Metallteil und fällt hinter mir zu Boden. Für mehr als einsammeln bleibt keine Zeit , inspiziert wird später. Flott auf den Gepäckträger geschnallt und ab geht´s, solang die Hupe funktioniert ist das Bike fahrtauglich.

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Ranthambore -Jaidpur

Der Ranthambore National Park ist landschaftlich wundervoll und man bekommt auch einige Tiere zu Gesicht. Nachdem ich gesagt bekomme ich solle meinen Schnabbel halten, wenn ich Tiger sehen will, schaukelt der Jeep holter die polter „mucksmäuschenstill“ durch den Park. Hinter der nächsten Ecke, wer sagt es denn, stehen 11 Busse und 7 Jeeps mit lautem Kindergequike und gekreische. Schnell wird klar, hier sehen wir keine Tiger. Wer allerdings doch gerne Tiger sehen möchte, sollte Daheim in den Zoo gehen.

2015 - Indien 1657

Ranthambore – Jaipur

Jaipur ist mit ihren Basaren und Tempelanlagen ebenfalls eine sehenswerte Stadt. Allerdings herrscht hier auch viel Trubel und in diesem Verkehrschaos stecken wir bestimmt 2 Stunden fest. Da der Verkehr hier so dicht ist bleibt natürlich auch Zeit für Selfie´s. Mit dem TucTuc oder Kamelkarren, der neben einen steht. Atmen? Ist hier nebensächlich. Wenn es hier eine Umweltplakette gebe, wäre die hauptsächlich schwarz und die Straße frei.

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Jaipur – Agra

Da es gestern Abend mal wieder, fast ungenießbar scharfes Essen gab, haben wir heut richtig Feuer unterm Arsch. Wir heizen auf unser letzten Etappen über einen verhältnismäßig guten Highway nach Agra. Das Taj Mahal, ich finde keine Worte um dieses einzigartige Bauwerk zu beschreiben, es hat den Titel Weltwunder definitiv verdient.

2015 - Indien 1866

Delhi -Agra

Wir finden, wenn einmal in Indien dann auch mit dem Zug und somit haben wir uns entschieden die Bikes zu verladen und die Fahrt im Zug fort zu setzen. Das warten auf dem Bahnhof wird schon zum Erlebnis, da wir wieder mal von nichts sagenden Indern umringt und angestarrt werden. Die Fahrt wird noch interessanter. Mit uns im Abteil sitzen Transsexuelle, die sind vor einigen Jahren als dritte Geschlechtsgruppe anerkannt worden und somit keine Seltenheit mehr.

2015 - Indien 2122

Jede Reise hat ein Ende und diese endet hier. Ich bin sicher, das dies nicht meine letzte Tour durch Indien war.

2015 - Indien 1124