Köln -Vienne – Barcelona

Nachdem ich bei Sonnenschein in Köln losgefahren bin, gab es eine Zitterpartie durch die Eifel. Der heiße Kaffee in Luxemburg hat geholfen und es ging trocken weiter nach Vienne. Ich habe hier und da nicht so schöne Erfahrungen mit den Franzosen gemacht, aber das Bild hat sich nun doch gewandelt.
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Meine Couchsurfinghosts waren einfach großartig und tiefenentspannt.  Während Pasta Party und einem speziellen selbstgemachten Käse nach Opas Geheimrezept (außer Whiskey und Knoblauch werde ich wohl nie erfahren was drin war) haben wir über Gott und die Welt geplaudert.
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Nach dem Frühstück geht es auf den großen Samstagsmarkt in Vienne, der einiges zum kleinen Preis zu bieten hat. Hier ergattere ich meine Zutaten für das Pausenbrot unterwegs. Da das Biker Café L’Ódeons direkt am Markt ist, bietet sich hier ein kurzer Abstecher an, um den Biker Club Grimm Reapers MC zu treffen, bevor es nach Barcelona geht.
Meine Tour heute startet mit Regen und das nicht gerade knapp. Nach dem Regen folgt Sonnenschein, nur leider mit sehr starkem Seitenwind. Zum Glück Seitenwind, so hänge ich mich, wie eine Hämorrhoide, an einen LKW und fahre ca. 2 Std mit 100km/h neben diesem. Der Vorteil ich spare Sprit und komme zumindest mit dem LKW weiter.

In Barcelona surfe ich bei derselben Familie wie im letztem Jahr, somit ist hier die Wiedersehensfreude groß.

Barcelona – Tangier
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Nachdem ich, fahrender Weise, Barcelona noch ein wenig erkundet habe geht es zum Hafen. Am Hafen von Barcelona komme ich dann doch ein wenig ins Grübeln. Hier stehen nur Land Rover, Jeeps, alle anderen offroadtauglichen Fahrzeuge und mein Baby und ich mittendrin. Gut das ich mir vor einer Woche noch meine Sturzbügel montieren hab lassen.
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27 Stunden bis Tangier, davon die Hälfte der Zeit an Deck zu sitzen und ein Bierchen mit Mitreisenden zu trinken, es gibt wahrlich schlechteres.

In Tangier ist das reinste Chaos bei der Einfuhr der Fahrzeuge. Da nützen auch keine vorgefertigten Papiere oder sonstige Vorbereitungen. Zwischenzeitlich verschwindet der Zöllner mit meinem Pass, kommt 10 min später wieder und fragt nach eben diesem, den er gerade mitgenommen hat. Mit einer jahrelangen Reiseerfahrung bleibe ich tiefenentspannt, während der ein oder andere da schon etwas nervöser wirkt. Es findet sich alles und kurze Zeit später bin ich auch schon auf dem Highway Richtung Tangier City unterwegs.
Ich merke meine Erfahrungen mit dem Fahren in indischen Städten, kommt mir bei dem Gewusel in Tangier zu gute.

Heute Nacht surfe ich bei Matthias einem Berliner in Marokko, er arbeitet und lebt seit 2,5 Jahren hier und auch für Ihn ist das Couchsurfen eine willkommene Abwechslung. Nach einer großen Fischplatte zeigt er mir mit dem Auto ganz Tangier und gibt mir Tipps für den nächsten Tag und meine Weiterreise. Einer der Gründe warum ich Couchsurfing so liebe.

An fast alles habe ich gedacht, nur nicht daran auf meiner grünen Versichertenkarte zu schauen ob Marco inbegriffen ist. Ist es natürlich nicht und wird auch nicht angeboten! Also, heißt es Versicherung in Marco abschließen (was allerdings nicht so untypisch ist). Wird am nächsten Morgen direkt in Angriff genommen, die Kosten belaufen sich auf ca. 100€ und ich bin abgesichert.

Tangier
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Mein Tag hat heute Mittag im Künstlerviertel über den Dächern von Tangier, im Café Blue Lagoon mit einem frischen Minztee begonnen und danach ging es auf den Platz des 9.April um eine ordentliche Tahine mit Anchovis zu essen.
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Heute wird nicht auf dem Bike gesessen, heute ist Sightseeing angesagt, ich laufe durch die Medina, durch den Souk und an der Strandpromenade entlang.

Am Abend koche ich mit Matthias spanische Paella in Marokko und es geht früh ins Bett, denn morgen geht es früh raus. Ich hab mal wieder meine Pläne umgeworfen und statt Rabat steht jetzt Beni-Mellal kurz vorm Atlasgebirge auf dem Plan. Das heißt ca. 10Std. auf dem Bike sitzen.

Tangier – Beni-Mellal

Harley meets Suzuki

harley meets suzuki7:30 Uhr ich sitze auf dem Bike und mache mich auf den Weg nach Meknes, heute geht es erstmal über den Highway um Kilometer zu machen.
Foto Harley + Schafe
In Azrou treffe ich Frank, den ich schon kurz auf der Fähre getroffen habe. Er ist mit seiner Suzuki Intruder unterwegs und fragt mich kurzer Hand ob wir gemeinsam übers Atlasgebirge fahren sollen und somit ziehen wir gemeinsam weiter Richtung Atlasgebirge.
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11 Std. auf dem Bike, da brennt mir der Arsch und ich bin froh, dass wir endlich in Beni-Mellal angekommen sind,  die Fahrt hierher war aber dennoch lohnenswert.

BuchtMorgen geht es über das Atlasgebirge nach Erfoud.

Die Harley geht Offroad

Der heutige Morgen fing ganz entspannt an und wir haben uns früh auf den Weg gemacht, ein langer Weg über das Atlasgebirge mit ca. 8 Std lag vor uns. Dass dieser Tag doch so adrenalinreich wird hätte ich nie gedacht. Die Tour fing mit Regen an, dem Regen folgte eine Straße, die nicht mehr als Straße zu bezeichnen war und hinzu kam ein dichter Nebel, so dass man die Hand kaum vor Augen sah.
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Umdrehen oder weiter? Wir sind natürlich hart im Nehmen und Frank genauso optimistisch und verrückt wie ich, also weiter. Die Straße wurde nicht besser, dem Schotter folgte Matsch und hinzu kamen die Schlaglöcher. Nach 2 Stunden mit ca. 20km/h hatten wir dann schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass die Straße besser wird doch zum Umdrehen war es nun zu spät.
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Irgendwann wurden wir dann doch mit einer befestigten Straße belohnt. Jedem Harley Fahrer schießen vermutlich beim nächsten Bild die Tränen in die Augen, ich allerdings war nur erleichtert, dass mein Baby und ich es geschafft haben.
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Es konnte nur besser werden und das wurde es auch, wir wurden mit einer wundervollen Landschaft, einer tollen kurvigen Strecke durch das Atlasgebirge und einem netten Berber (der für uns Hühnchen auf dem Grill bereitet hat) belohnt.
Berber
Gut gestärkt setzten wir unsere Tour fort, mit dem Gedanken bald in Erfoud zu sein. Nach einer Pause und dem Gedanken nur noch 1,5 Stunden auf dem Bike zu sitzen und vor Dunkelheit ein Hotel zu finden ging es dann wieder auf die Piste. Unsere Tour durch das Atlasgebirge sollte aber noch nicht spannend genug sein gewesen sein.
Durch die Starken Regenfälle der letzten Tage in den Bergen, waren die Dörfer am Fuße des Atlasgebirges nicht verschont geblieben. Die Straßen wurden immer matschiger und matschiger bis es mich tatsächlich nicht mehr weiter gebracht hat und ich letzten Endes stecken geblieben bin. Hier wäre auch jedes andere Motorrad früher oder später hängen geblieben. Für die schaulustigen Marokkaner das Highlight des Tages. Mit der befreiten Harley ging es weiter, bis es dann gar nicht weiter ging und die Straße wegen Überflutung gesperrt war.

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Also warten bis die Flut nachlässt, dies bedeutete gegebenenfalls für Busse ca. 1 Std., Autos 2 Std und Motorräder 3 Std. Das heißt ca. 23 Uhr geht es weiter, wir müssen dann noch 1 Std. nach Erfoud und ein Hotel suchen. Zurück, durch den Schlamm? Wie Frank so schön sagt „wir haben Pest oder Cholera“, vorwärts ist genauso scheiße, wie zurück. Die Hotelsuche ist schnell erledigt, da ein paar Franzosen in Ihrem Hotel ein Zimmer für uns klar machen und uns die Wartezeit mit einem französischen Picknick verkürzen.
Die Franzosen sind lang weg und es scheint, dass wir mit unseren Motorrädern hier mitten in der Pampa wo es keine Laterne gibt stecken bleiben. Bis doch tatsächlich ein Marokkaner auf die Idee kommt uns mit 3 Mann durch den Fluss zu schieben, anstatt zu fahren damit es keinen Kurzschluss gibt. Wir entschließen uns dafür und es klappt.
DSC_0449Wir kommen auf der anderen Seite zwar pitsch platsch nass an, aber dafür ist der meiste Schlamm weggespült und die Motorräder starten auch problemlos. Wir werden mit einem wundervollen Hotel und einem kühlen Bier für diesen 15 Std. Ritt belohnt. Hier und da hätte ich an ein Foto denken müssen, aber in gewissen Situationen war ich dann doch zu angespannt.

Marokko oder USA

Nach dem gestrigen Tag kommen wir nur langsam in die Gänge, nach dem entspannten Frühstück, werden erstmal die Bikes abgespritzt, denn das ist dringend nötig.
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Mittlerweile ist es Mittag und die Sonne brennt in der Wüstenregion ganz schön, daher entscheiden wir uns die Runde um die Oase ohne Jacke zu machen. Während wir der Wüste immer näher kommen, können wir die kleinen Sandteufel die überall entstehen und sich ihren Weg durch die Wüste bahnen betrachten. Ich beobachte wie sich einer der Wirbel Richtung Straße bewegt bremse ein wenig ab und rechne mir aus, dass er Frank treffen müsste, zack da ist er auch schon mittendrin. Fazit: Wer ein Peeling benötigt, fährt einfach ohne Jacke in einen Sandteufel, der feine Sand befindet sich danach überall.
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Nach der Wüste geht es Richtung Quarzazate, der weitere Weg erinnert, mit der Landschaft, an die unendlichen Weiten der USA. Es geht viel geradeaus und die Straßen sind in sehr guten Zustand.
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Der gestrige Tag war eine Investition in die Fahrausbildung und nun kann uns „nichts“ mehr aufhalten selbst eine eingestürzte Brücke nicht. Wir fahren einfach neben der Brücke, trotz pfeifenden Polizisten durch den Fluss, aus Angst nochmals 3 Std. warten zu müssen. Wir erfahren dann, dass die Strecke bereits gesperrt ist, da in 5 – 10 min die Flut kommt, da haben wir echt Glück gehabt.
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Nach Einbruch der Dunkelheit entscheiden wir uns in Agdz ein Hotel zu suchen, da man doch hier und da mehr auf die Straßen achten muss.

Iron Butt ?!

Die Straßen die wir befahren wollten sind nicht passierbar, also gibt es heute wieder eine kleine Planänderung. Das kleine Fischerdörfchen Essouira wurde mir besonders empfohlen und somit wird dieses Örtchen, das heutige Ziel der Reise. Der Pool im Hotel ist zwar verlockend, aber es liegen wieder einige Kilometer vor uns.
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Anfangs macht es noch Spaß durch das kurvige Atlasgebirge zu fahren, dann jedoch zieht sich die Strecke bis nach Agadir doch ganz schön und der Po brennt wieder. Ich glaube wenn ich zurück bin werde ich am Iron Butt teilnehmen.
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Nachdem wir Agadir links liegen gelassen haben, werden wir wieder mit einer tollen kurvigen Straße am Meer entlohnt. In Essouira treibt uns der Hunger erst einmal zu einem Fischerstand, wo wir uns den Bauch mit einer tollen Grillplatte voll hauen. Die 2 Engländer an unserem Tisch haben auch direkt schon eine Hotelempfehlung für uns parat, somit ist die Unterkunft hier auch schon gesichert. Ich stelle immer wieder fest, wie unkompliziert und einfach es doch ist einfach los zu fahren. Bisher hat sich immer eine Übernachtungsmöglichkeit aufgetan. Natürlich könnte man ein Zelt mitnehmen, aber ich bin zum einen der eher faulere Typ und hätte keine Lust jeden Tag ein Zelt auf und ab zu bauen und zum anderen ist dies hier in Marokko bei den mehr als 200 verschiedenen Skorpion Arten nicht so eine gute Idee.

Marrakesch

Auf dem Weg nach Marrakesch muss ich feststellen, dass das Kölsch welches ich für meinen Host in Rabat mitgenommen habe, die Tour nicht überstehen wird. Durch die ganze Schüttelei hat es sich selbst geöffnet, also heißt es Abschied nehmen.
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Wir begegnen dem einen oder anderen Einheimischen, der sich auch gern ablichten lässt, was hier in Marokko gar nicht so üblich ist.
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In Marrakesch tobt das Leben, der Souk und die Medina sind ein einziges Getümmel. So tiefer man hineingelangt umso weiter entfernt man sich von der touristischen Zone und kann das wirkliche Marrakesch mit seinem Handwerk und einheimischen Ständen erleben, für mich genau das Richtige.
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Wer hier einmal mitten drin ist, hat es schwer wieder den Weg zu finden. Obwohl ich für meine gute Orientierung bekannt bin, fällt es mir hier in den verwinkelten Gassen wirklich schwer den Weg zu merken. Ich habe den Vorteil, dass Frank noch dabei ist und erst kürzlich mit seiner Familie in Marrakesch war und die Orientierung behält.

marakeschHier gibt es einfach alles was das Herz begehrt oder nicht begehrt. Ich kann mich leider auch nicht bremsen, die eine oder andere Ledertasche zu kaufen. Ladylike

Bizarr aber lecker

Wir haben in den letzten Tagen doch einige Kilometer und Stunden auf dem Bike verbracht, da kommt es uns zu Gute, dass der Weg heute nicht so weit ist und wir ausgiebig frühstücken können. Ich für meinen Teil, bin total angetan von der marokkanischen Frühstückssuppe Hssoura.

Nun haben wir doch einiges auf unserer Reise über die schönsten Wasserfälle Marokkos, am Fuße des Atlases gehört und möchten uns diese doch nicht entgehen lassen. Bei unserem ersten Versuch, die Wasserfälle zu besichtigen, war das Wetter doch zu schlecht und ein weiterer Weg über das Atlasgebirge lag vor uns ( Harley geht Offroad) und da Frank seinen Pass in Beni Mellal vergessen hat bietet es sich an. 
Auf unserem Weg nach Ouzoud passieren wir wieder einige kleinere Ortschaften, wo wir wie immer auf unseren Wegen, die offene Straßenküche mit der beliebten Tajine oder den Grillständen vorfinden. Tajine sind für mich kulinarische Highlights hier in Marokko, die Schmorgerichte die in einem Lehmgefäß angerichtet werden sind immer wieder anders und einfach nur köstlich. Das hängende tote Tier an den Grillständen, wirkt im ersten Moment bizarr aber um ehrlich zu sein, kann es frischer gar nicht sein.
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Weiter geht es durch den mittleren Atlas, bis wir in der Provinz Azilal ankommen. Die Wasserfälle sind wirklich toll, aber eben auch ein beliebtes Ausflugsziel bei den Touristen.
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Auf unseren Weg, weiter nach Beni Mellal müssen wir dann doch passen und umdrehen, die Straße ist diesmal, mit unseren Maschinen, wirklich nicht mehr befahrbar und offensichtlich nur noch für Esel passierbar.
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Was uns aber gar nichts macht. Wir finden dadurch eine tolle Strecke, die durchs Atlasgebirge schlängelt und uns am See Bin el Ouidane vorbeiführt.

Mindestens genauso verrückt


Heute werden Frank und Ich den letzten gemeinsamen Tag fahren, auf Frank wartet in Deutschland seine Familie und ich werde weiter Marokko unsicher machen. Das letzte gemeinsame Ziel lautet Rabat und auch heute werden wir leider nicht vom Regen verschont bleiben. Wir entscheiden uns daher für den doch schnelleren, unspektakulären Highway. In Rabat angekommen, werde ich bereits von einer Marokkanischen Familie erwartet bei der ich ein paar Tage übernachten werde. Am Abend haben wir doch noch Glück und es hört auf zu regnen.
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Ahmed, der Host, zeigt uns die Stadt Rabat von seiner schönsten Seite. Wir besuchen unter anderem das Grabmal Mohammed V
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und die Medina, die mit Ihren blauen Farben doch ein wenig an Griechenland erinnert.
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Nach einem Besuch in einem wundervollen marokkanischen Restaurant, heißt es Abschied nehmen. Ich freue mich wirklich sehr Frank auf dieser Reise kennengelernt zu haben, hier und da gab es doch Situationen in denen ich froh war, dass ich diese nicht allein meistern musste und ich glaube, ihm ging es da genauso.
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Ein großer Dank an einen Biker, der mindestens genauso verrückt ist wie ich, zumindest was das Motorrad fahren anbelangt.

Missverständnisse

Die marokkanische Familie in Rabat war wirklich sehr herzlich und offen und Ahmed sehr motiviert mir alles in Rabat zu zeigen. Nur war ich, nach den ereignisreichen Tagen doch eher im Chillmodus.
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Nach einer weiteren Nacht in Rabat und nach dem die Mama der Familie, Nachts in meinem Zimmer stand und ich morgens wach werde, weil sie in meinem Zimmer betet, entscheide ich mich doch ein wenig früher nach Casablanca zu gehen. Für mich kurios, aber vielleicht aufgrund der unterschiedlichen Sprache und Mentalitäten auch einfach nur ein Missverständnis, welches durch vorherige Kommunikation vielleicht hätte verhindert werden können. Ich habe die Familie dennoch als sehr gastfreundschaftlich und liebevoll erlebt und würde jederzeit wieder bei einer Familie übernachten.

Harley Casablanca

An einem Café in Rabat treffe ich Fahd, einem Member vom H.O.G. Chapter Rabat und fahre mit ihm zusammen nach Casablanca. Durch Fahd lerne ich hier den einen oder anderen Member vom H.O.G Chapter Casablanca kennen und werde hier direkt „adoptiert“.
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Fahd braucht einen Ölwechsel und mir wird angeboten mein Bike nach der Tour auf Vordermann zu bringen. Danke der Freikarten für die Expo in Casablanca, vergeht die Zeit wie im Fluge.
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Hier nochmals einen ganz großen Dank, an Yoram und den Service von Harley Casablanca, die mein Baby in kürzester Zeit wieder zum Strahlen gebracht haben. Saubere Leistung, ihr seid ein tolles Team!
http://www.harleycasablanca.com/
Durch die vielen Kontakte, die mir hier vermittelt werden, werde ich wohl länger hier verweilen.

Couscous, Hammām, Shisha & Co.

Einer der Kontakte ist Zineb, Zineb ist einfach total verrückt und passt somit hervorragend zu mir. Die Einladung zum bekannten Couscous essen schlage ich somit natürlich nicht aus. Couscous wird traditionell nach dem Freitagsgebet in der Moschee als „Sonntagsessen“ mit Fleisch und Gemüse zum Mittag gegessen. Wie so vieles hier in Marokko ist der Couscous auch wieder fantastisch und die Tradition von einem „Teller“ zu essen finde ich super.
Zineb ist mit einem Deutschen verheiratet und spricht somit ein wenig deutsch. Sie lädt mich ein, während meiner Zeit in Casablanca, bei ihr zu wohnen und möchte mir ein traditionelles marokkanisches Hammam zu zeigen.
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Ein paar Stunden später bin ich auch schon mitten drin. Mitten in einem orientalischen Dampfbad, welches ich mir in der Tat doch ein wenig anders vorgestellt hatte. In einem gefliesten Raum sitzen ca. 50 Frauen nur mit einem Slip bekleidet, mit Ihren Wassereimern auf den Boden.  Völlig ungehemmt und frei bewegen sich die Frauen und schrubben sich selbst und gegenseitig ab.  Irgendwie bin ich durch die Verhüllung, doch unterbewusst direkt von Verklemmtheit ausgegangen, dem natürlich nicht so ist.
Ganz selbstbewusst versuche ich mir nicht anmerken zu lassen, dass ich zum ersten Mal in einem Hammam bin und setze mich wie alle anderen Frauen auf eine Matte auf den Boden. Bin dann aber doch ganz froh, dass Zineb dabei ist und mir hier und da Anweisungen geben kann, sonst wäre ich mit meinem Eimern, den Schöpfkellen, den Schwämmen und Seifen doch ein wenig überfordert. Für 50 Dirham (5€) gönne ich mir dann doch den Service, mich schrubben zu lassen.  Beim Hammam geht es darum die abgestorbene Haut zu entfernen um wieder ein reines, glattes Hautgefühl zu haben. Die Marokkanerin gibt alles und schrubbt sich, während ich auf der Matte liege, in Rage. Den Handschuh den Sie dabei benutzt, fühlt sich auf meiner Haut wie grobes Schleifpapier an und nachdem Sie eine Stunde lang, mehrmals über jede Stelle meines Körpers geschrubbt hat, habe ich das Gefühl meine Haut ist durch. Ich bin zwar puder rot, aber fühle mich trotz der Prozedur wie neu geboren. Das war definitiv nicht mein letztes Mal in einem Hammam, sobald ich in Köln bin werde ich dort eins ausfindig machen.
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Die richtige Zeit um in ein Hammam zu gehen, ist am Abend. Danach sollte man sich einfach nur noch entspannen oder schlafen gehen. Das tun wir, wir entspannen bei einem Glas Wein (traditioneller wäre ein Minztee ;-), marokkanischem Gebäck und einer Shisha mit Minztabak. Als Nichtraucherin finde eine Wasserpfeife mit frischen Minztabak dennoch sehr schmackhaft.

Riding in Casablanca

In Marokkos größter Stadt Casablanca, jedoch nicht Hauptstadt, lerne ich, durch den einen oder anderen Biker, einige Clubs kennen. Ich werde eingeladen hier oder dort mit zu fahren oder einfach nur einen schönen Tag zu genießen.
Somit fahre ich heute ist eine kleine Tour mit dem Lebanon Chapter und La Rochelle Atlantic Chapter France durch Casablanca, die das Ziel zur berühmten Moschee hat.
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Die Moschee Hassan II ist eine der größten der Welt und mit dem 210m hohen Minarett das höchste religiöse Gebäude der Welt.
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Die Chapter müssen leider weiter und Ihr heutiges Ziel Tangier noch erreichen. Ich für meinen Teil, genieße und fahre noch ein wenig durch Casa und am Kilometerlangen Strandboulevard entlangIch treffe Fear the Beard auf einen kleinen Ride und Skulls of Sahara, aber zu den einzelnen Clubs später mehr.

Oualidia

Oualidia ist ein circa 200 km von Casablanca liegendes Fischerdorf, welches für seine Austern und wundervollen Strände bekannt ist. Der Casablanca Chapter hat für heute eine Tour zu diesem friedvollen Ort geplant und ich nehme die Einladung natürlich dankend an.
Die Hälfte der Strecke fahren wir über den Highway und den Rest an der Küste, an Feldern entlang, durch kleine wundervolle Ortschaften. In Oualidia wartet ein Harley Menü in einem Fischrestaurant auf uns.
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Unter anderem mit Fisch, Austern, Schnecken und Seeigeln. Ich für meinen Teil, komme das erste Mal in den Genuss einen Seeigel zu probieren und ich muss sagen, es ist gar nicht so schlecht. Die Austern sind ein Traum und definitiv empfehlenswert.
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Nach dem Essen treten wir gemütlich den Heimweg an. Ich danke dem Casablanca Chapter für diesen wundervollen Tag, den Ort hätte ich so nie entdeckt.
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Rabat Chapter

Heute heißt es die Heimreise antreten.
Die Fähre geht erst am Abend und der Rabat Chapter wollte mich auch noch treffen und somit mache ich mich nochmals auf dem Weg in die Hauptstadt Marokkos.
Fahd ist auch im Rabat Chapter und somit treffe ich ihn hier auch wieder. Die Jungs sind ebenfalls sehr nett und wir machen auf unseren Bikes eine kleine Sightseeingrunde durch Rabat, zum Hafen.
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Leider bleibt nicht so viel Zeit, da ich heute noch weiter nach Tangier muss, um meine Fähre zu erreichen. Klar ist, ich war mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Marokko, nur so geht es mir oftmals auf meinen Reisen.

Es geht Heim
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Die Reise neigt sich dem Ende und ich werde nun noch 56 Stunden auf der Fähre verbringen. Leider habe ich nicht so viel Glück wie auf der Hinfahrt und müsste mir die Minikabine mit 3 weiteren Damen teilen. Couchsurfing und Hostels alles gut und schön, aber 56 Stunden (3 Nächte) in einer Kabine, die kleiner als meine Abstellkammer zu Haus ist, das spare ich mir dann doch und mache ein Upgrade in ein Einzelzimmer.
Auf der Fähre treffe ich doch tatsächlich die Franzosen wieder, die mit mir auf dem Weg nach Erfoud am Fluss warten mussten. Auf das Wiedersehen muss natürlich angestoßen werden und wir verbringen 2 Abende auf der Fähre, bis die Truppe in Barcelona aussteigt.
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Noch einen Tag auf der Fähre chillen und dann möchte ich versuchen die rund 1000 km bis nach Hause durch zu fahren. Zumindest war dies der Plan, allerdings steigen in Barcelona, die rück reisenden Motorradclubs von der Harley-Superralley in Aragon dazu.
Biker fahren auf Fähre
Somit wird die Überfahrt eine kleine Party und ich lerne mal wieder interessante Menschen und Clubs, wie die Road Eagles kennen.
JeanMai2016 1773
Danke an die Jungs, es war eine tolle Überfahrt mit viel Spaß und natürlich auch an den Teil den ich ein wenig bis Mailand begleiten durfte.
Durch die Schweiz, über Freiburg wo ich noch kurz Frank zum Essen treffe geht es weiter Richtung Harley in Konz
http://www.hd-konz.de/tough-stuff-harley-davidson.html

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