Tag 1 – Köln – Hildesheim

8 Tage Dänemark, genauer gesagt Jütland stehen bevor und meine 5 Hosts sind sicher gebucht.Gepäck brauche ich wahrlich nicht viel für 5 Tage, also geht es mit einem Sommerschlafsack, einem Bikini, einem Minirock, Gastgeschenken wie 12 Flaschen Kölsch und Erdbeerlimes Richtung Dänemark.

Tag 2 – Sønderborg

Nach einer Nacht bei Freunden in Hildesheim geht es weiter in Richtung Sønderborg. Ich freue mich über den ersten dänischen Motorradfahrer der mir entgegen kommt und wild zu winkt. Bis ich feststelle, dass es sich um meinen Host handelt der noch eine Runde mit mir drehen möchte. Klar, nach 8 Stunden Fahrt merke ich meinen Po überhaupt nicht und freue mich natürlich mordsmäßig auf eine kleine Tour.

Aber es lohnt sich und definitiv ein muss für jeden Motorradfahrer der die Grenze passiert und den Süden Jütlands erreicht, ist ein Hotdog bei Annie´s Kiosk in Sønderhav.
Zum einen zählt der Kiosk, zu einem der berühmtesten Hot Dog Stände Dänemarks und zum anderen wurde er in den 70er Jahren zu einem beliebten Bikertreff auserkoren, besonders Dienstags tummeln sich gern bis zu 600 Bikes am Ufer.

Tag 3 – Aarhus

Aarhus ist die zweitgrößte Stadt Dänemarks und sollte man die Zeit haben definitiv ein Besuch wert. Für mich im Fokus das Aros Kunstmuseum, welches für Interessierte wirklich sehenswert ist. Nordeuropas größtes Kunstmuseum nimmt für mich doch ein wenig mehr Zeit in Anspruch, allein die Dachinstallation ist beeindruckend und auch Hobbyfotografen kommen hier auf Ihre Kosten.

DSC_0785

Tag 4 – Skagen – Hjallerup

An der Küste entlang geht es weiter, zum nördlichsten Punkt Dänemarks nach Grenen. Landschaftlich sehr schön und von Verkehr keine Spur. Hier treffen Nord- und Ostsee aufeinander und je nach Wellengang kann man dies sehr schön beobachten. ein kleiner Spaziergang vom Parkplatz bis zur Spitze ist lohnenswert.

 

Hjallerup ist kein besonders populärer Ort, allerdings für mich besonders erwähnenswert, da ich hier meine Pläne komplett verworfen habe. Bei meinen Host´s Katja und Lars stimmt die Chemie direkt und besonders Lars schwärmt von seinen Motorradreisen in den 90er Jahren. Er zeigt mir Foto´s von seiner Tour zum Nordkap und ich bin hell auf begeistert.

9

Tag 6 – Thisted Blokhus – Hirtshals

Eine schlaflose Nacht später steht meine Entscheidung fest „ICH MUSS ZUM NORDKAP“. Die Fähre wird direkt nach dem Frühstück gebucht und geht am Abend um 22:00Uhr von Hirtshals nach Larvik. Der Bikini soll nicht umsonst gewesen sein, also fahren wir nach Blokhus, hier ist der breite Strand für den Autoverkehr zugelassen und somit für mich ein besonderes Erlebnis.

10

Ich muss gestehen, ich bin nervös. Meine erste Fährfahrt mit dem Motorrad und hey, ich bin auch das einzige Motorrad, welches in der Nacht die Fähre nimmt und somit kann ich auch niemandem hinterher fahren. Ok, ich war ein bisschen flott unterwegs. Merken!!! Es könnte wegen Ölspuren auf der Fähre rutschig sein. Nein, es ist nichts passiert, bis auf die Warnwestenträger die ich ein wenig aus dem Takt gebracht habe.

Tag 7 – Larvik – Hokkesund

Zum Glück habe ich im Sommer in Valencia einen Couchsurfer aus der Nähe von Larvik kennengelernt, somit ist auch hier meine Unterkunft bei nächtlicher Ankunft um 2:00 Uhr in Norwegen gesichert. In Hokkesund gibt es ein Lachsfestival, mit Oldtimeraustellung und anschließendem Konzert.

hok

8 Tag – Hokksund – Hudiksvall

Wenn ich den Ritt heute schaffe, dann schaffe ich es auch zum Nordkap. 600 km bei den Straßen ca.8 Std. Die Zeit vergeht wie im Fluge und die Landschaft ist einfach wunderbar. Jetzt steht schon fest, es wird noch eine Tour nach Schweden geben. Hatte ich erwähnt, dass ich ohne Navi fahre? Ja, ich fahre ohne Navi und verfahre mich. Der Umweg schenkt mir 100km und 1,5 Std mehr auf dem Bike. Nach ca. 11Std. komme ich an und es war weniger anstrengend als ich dachte.

9 Tag Hudiksvall – Luleå

Ich mache einfach nur Strecke, um keine Zeit zu verlieren und genügend Zeit für Norwegen zu haben.

10 Tag Luleå – Inari

8

11 Tag – NORDKAP

Heute soll es soweit sein. Auf dem Weg von Inari Richtung Norwegen begegnen mir die ersten Rentiere auf der Straße. Es ist Vorsicht geboten, da sie planlos auf die Straße hüpfen Ihre Richtung kurzfristig ändern.

17

Dieses Röhren während ich durch den ca. 6800m langen Nordkaptunnel fahre, Wahnsinn. Dieser liegt 212 m unter dem Meeresspiegel und ich bin doch froh als ich durch bin. Ein Regenschauer erwischt mich (weil Regen so selten da oben ist) und um so näher ich an mein Ziel komme um so windiger wird es. Die letzten Meter werden noch mühselig und auch nicht ganz ungefährlich wie ich später erfahre, aber ich schaffe die letzten 28 km. Am Ziel angekommen werde ich gefragt, wie ich auf die Idee komme mit dem Motorrad bei Böen von 70km/h zum Nordkap hoch zu fahren. Adrenalin pur und überglücklich und stolz es geschafft zu haben stehe ich nun hier, am nördlichsten Punkt.

15

 

12 Tag – Alta

Von Starsvag geht es nun nach Alta das Wetter spielt leider auch heute nicht mit und ich komme völlig durchnässt auf der Couchsurfingfarm an. Der Vorteil am Couchsurfen, mich erwartet bereits eine heiße Badewanne und warmes Essen. Geschlafen wird heute Nacht im Schafsstall und das ist gemütlicher als erwatet.

13 Tag Tromsø Run to the Arctic Fun, Storfjord

Beim tanken auf dem dem Weg nach Tromsø und werde ich von einem Harleypäarchen angesprochen, ob ich auf dem Weg zum Harleytreffen wäre. Bis jetzt noch nicht und mit einem Sommerschlafsack auch eher ungünstig. Die Lösung für das Problem sind selbstgestrickte Socken, Pulli, Mütze von Berit und natürlich ein mit Holzofen beheiztes Zelt. Die spontane Planänderrung war mal wieder die richtige Entscheidung, die Norweger sind einfach großartig. Mit ca. 250 Bikern sitze ich am Abend am Lagerfeuer und zur Feier des Tages gewinne ich noch den Preis für die längste Anreise. Ein besonderes Danke gilt Twin MC North und den Las Hermanas

6

14 Tag – Trollvik

Mit Leif and Berit zurück in den Norden nach Trollvik. Ein Ausflug zur Gorsabrua mit einer atemberaubenden Sicht zum Wasserfall ist ein Muss, wenn man in der Nähe ist. Die Brücke führt über eine 150 Meter tiefe Schlucht und wenn man seinen Adrenalinspiegel in die Höhe treiben möchte kann man hier auch Bungee springen.

20

Tag 15+16 Tromsø / Sommarøy

Heute treffe ich ein paar Bikerinnen vom Harleytreffen und der Weg führt uns zum beliebten Ferienziel der Norweger, nach Sommarøy zum kajaking.

21

In Tromsø gibt es für die Gäste der Coaster Steamer (Hurtigruten) ein Mitternachtskonzert, wenn man den richtigen Moment (die Ankunft der Reisebusse) kann man Glück haben und kommt in die Kirche und kann das Konzert mit erleben.

24

Tag 17 – Harstadt

Mein Ausgangspunkt um die Lofoten zu fahren.

23

Tag 18 Lofoten – Bodø

Vor der Küste Norwegens liegen die Lofoten. Diese Inselgruppe ist wieder ein Highlight und sollte unbedingt eingeplant werden. Vorsicht unbedingt vorab den Fährplan checken.

DSC_1244

Tag 19 Bodø – Leland (Sandnessjøen)

Von Bodø aus sollte man über den Saltstraumen fahren, wer den größte Gezeitenstrom der Welt auch in Aktion erleben möchte sollte vorher auf jeden Fall in den Gezeitenplan schauen. Er ist einfach gigantisch. In Sandessjøen haben meine Couchsurfer eine Farm, die zum entspannen einlädt. Ich gehe das erste mal in meinem Leben Nachtangeln und mache auch direkt einen dicken Fang.

30

Tag 20 Trondheim

Nach ein wenig Kultur in Trondheim verschlägt es mich auch nochmals auf ein kleines Bikertreffen in der Nähe. Aber heute ist bei mir Entspannung angesagt.

Tag 21 – Trollstigen – Ålesund

Der Trollstigen ist wohl eine der bekanntesten Strecken Norwegens, sehr Kurvenreich und nicht wirklich für jedes Bike so optimal. Durch den hohen Bekanntheitsgrad ist der Pass leider auch gut von Campern besucht und völlig überfüllt.

Tag 22 – Geirangerfjord und Dalsnibba

Die Strecke heute war wieder besonders lohnenswert. Der Geirangerfjord mit Aussicht auf den Dalsnibba. Die Aussicht vom Dalsnibba ist fantastisch und in den Sommermonaten hat er meist auch noch Schnee zu bieten.

3234

Tag 23 +24 Murudalen und Larvik

Heute geht es nur darum Strecke zu machen da meine Zeit knapp wird. In Murudalen surfe ich auf einer Huskyfarm und in Larvik geht es direkt wieder auf die Fähre.

5

Tag 25 – 27 Hjallerup,Hildesheim und Köln

Ein großartiger spontaner Urlaub neigt sich dem Ende und ich bin begeistert vom Norden. Ich habe bereits einige Fernreisen hinter mir und dann liegt so etwas schönes vor der „Haustür“. Es wird definitiv nicht meine letzte Reise in den Norden gewesen sein, die Menschen, die Landschaft, alles bis auf die Preise haben mich begeistert und überzeugt.

Ein wundervolles Abenteuer geht zu Ende, aber das nächste wartet bestimmt schon auf mich.